Sechs Anzeichen, die dafür sprechen
- Die Seite lädt auf dem Mobilgerät länger als drei Sekunden
- Das Layout bricht auf Telefonen oder ist dort mühsam zu bedienen
- Ihr Angebot hat sich verändert, die Seite erzählt noch das Alte
- Sie bekommen Anfragen, die nicht passen — oder gar keine
- Inhalte lassen sich nicht ohne fremde Hilfe ändern
- Das zugrunde liegende System bekommt keine Sicherheitsupdates mehr
Treffen drei oder mehr zu, ist ein Relaunch meist günstiger als weiteres Nachbessern. Der letzte Punkt zählt für sich allein: Ein System ohne Sicherheitsupdates ist keine Frage des Aussehens, sondern ein offenes Risiko.
Drei Fälle, in denen weniger reicht
Wenn die Seite technisch in Ordnung ist und nur einzelne Stellen nicht überzeugen, ist ein Neubau Verschwendung. Das gilt besonders, wenn nur die Startseite unklar ist, wenn Bilder das einzige Problem sind, oder wenn schlicht Texte fehlen. In allen drei Fällen bringt ein Audit für einige hundert Euro mehr als ein Projekt für mehrere tausend.
Refresh oder Neubau?
Ein Refresh übernimmt Ihre Inhalte und erneuert Auftritt und Technik. Er ist schneller und günstiger und der richtige Weg, wenn Ihre Texte inhaltlich tragen. Ein vollständiger Neubau lohnt, wenn sich das Geschäftsmodell geändert hat, die Struktur nicht mehr passt oder Sie mehrsprachig werden wollen. Die Faustregel: Wenn Sie die bestehende Gliederung nicht mehr verteidigen würden, ist es ein Neubau.
Der Zeitpunkt
Der schlechteste Zeitpunkt für einen Relaunch ist kurz vor Ihrer stärksten Saison. Nicht weil etwas schiefgehen müsste, sondern weil Suchmaschinen einige Wochen brauchen, um eine geänderte Struktur vollständig neu zu bewerten. Planen Sie den Umbau in die ruhigere Phase — und rechnen Sie danach mit vier bis sechs Wochen, bis sich die Zahlen stabilisiert haben.
Was Sie beim Relaunch nicht verlieren dürfen
Bestehende Adressen. Jede Seite, die ihre Adresse ändert, braucht eine dauerhafte Weiterleitung auf die neue. Wird das übersprungen, verlieren Sie Platzierungen, die über Jahre gewachsen sind — und merken es erst Wochen später. Fragen Sie jeden Anbieter ausdrücklich, wie er das handhabt. Wer dazu keine klare Antwort hat, ist der falsche.
Was Sie vorher sichern sollten
- Eine vollständige Liste aller bestehenden Adressen
- Einen Auszug der Auswertungsdaten der letzten zwölf Monate
- Alle Zugänge zu Domain, Hosting und Auswertung
- Eine Sicherung der alten Seite, auch wenn sie ersetzt wird
Der zweite Punkt wird am häufigsten vergessen und am schmerzlichsten vermisst: Ohne Vergleichswerte von vorher lässt sich nachher nicht beurteilen, ob der Relaunch etwas gebracht hat.
Kurz gefasst
Zählen Sie die Anzeichen. Bei drei oder mehr lohnt der Relaunch, darunter reicht meist ein Audit mit gezielten Eingriffen. Klären Sie die Frage der Weiterleitungen, bevor Sie beauftragen — nicht danach. Und sichern Sie Ihre Vergleichszahlen, solange die alte Seite noch läuft.